Aus der Krise lernen

In Krisenzeiten tritt die Vereinzelung der Menschen besonders deutlich zu Tage. Aber gegen die Unterordnung unter das kapitalistische Konkurrenzprinzip, setzen wir die Perspektive: »Raus aus dem Hamsterrad!«

Solidarität statt Konkurrenz

Kapitalismus vereinzelt. In dieser Gesellschaft sind die, die nichts besitzen – außer ihrer Arbeitskraft – gezwungen, miteinander um künstlich verknappte Ressourcen zu konkurrieren, um Bedürfnisse zu befriedigen und zu leben: Nahrungsmittel, Bildung und ein Dach über dem Kopf.

Die Konkurrenz zu anderen Menschen, in die wir schon als Kinder geworfen werden, bestimmt fortan, wie wir uns zueinander verhalten. Das beginnt mit dem Anfertigen von Entwicklungsberichten im Kindergarten, über das Hauen und Stechen in der Schule, bis zum gegenseitigen Überbieten mit Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt. Das, was beschönigend „Wettbewerb“ genannt wird, als wäre es ein Spiel und würde Allen zu Gute kommen, ist in Wirklichkeit in brutales Rennen, bei dem es immer Verlierende gibt und niemals Alle die gleichen Startvoraussetzungen haben.

Wer bei diesem Rennen ins Hintertreffen oder gar ins Straucheln gerät, wird in der Regel selbst für das eigene Scheitern verantwortlich gemacht. Damit werden gesellschaftliche Probleme, wie Arbeitslosigkeit, Depression oder Wohnungslosigkeit individualisiert. Diese Vereinzelung verhindert, dass wir uns zusammenschließen und für unser gemeinsames Interesse eintreten: Ein Leben jenseits von Leistungszwang und Ausgrenzung.

Halt, stop! Hier bleibt nicht alles wie es ist!

In der Corona-Krise läuft das Hamsterrad weiter, aber unrund. Als Reaktion auf Isolation und Einschränkungen im öffentlichen Leben, haben sich weltweit Initiativen von Menschen gebildet, die konkrete Hilfe leisten und gleichzeitig dafür sorgen wollen, dass niemand zurückgelassen wird. Sie wurden gegründet, damit diejenigen, die sich selbst isolieren (müssen) andere um Hilfe bitten können. 

Dabei muss mitgedacht werden, dass die Krise nicht alle gleich betrifft. Für die meisten Menschen ist Home-Office keine Option, sondern sie sind gezwungen, sich in unsicheren Arbeitsverhältnissen zu verdingen. Wir müssen diejenigen unterstützen, für die Isolation und Quarantäne mehr Gefahr als Schutz bedeutet, die etwa häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, auf der Straße leben oder Geflüchtete, die in überfüllten Lagern auf engstem Raum auskommen müssen.

Raus aus dem Hamsterrad!

In der Krise treten viele Widersprüche offen zu Tage: Die Tatsache, dass die Regierung in der Lage ist 200.000 deutsche Staatsbürger aus aller Welt einzufliegen, aber Geflüchtete in den Lagern in Griechenland sich selbst überlässt und andererseits Einreisebeschränkungen lockert, um die deutsche Spargelernte zu sichern, sind dafür nur einige Beispiele. 

Es ist an der Zeit, sich zu organisieren und für ein besseres Leben für alle einzutreten. Die Vereinzelung erschwert das Ausbrechen aus dem Hamsterrad. Wir müssen uns gegen diese unmenschlichen Zustände auflehnen und den Ausbruch aus dieser Gesellschaft, die Menschen in wertes und unwertes Leben sortiert, vorbereiten! 

Kapitalistische Produktion verhindert das gute Leben für Alle. Solidarität eröffnet eine neue Perspektive!

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